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Friday, July 20, 2012

Rezension:Wolfgang Graf Berghe von Trips: Erinnerungen an eine Rennfahrerlegende (Gebundene Ausgabe)

Vor noch nicht langer Zeit rezensierte ich "Briefe bewegen die Welt- Triumphe und Tragödien des Sports". Dort fand ich den Inhalt eines Briefes, der mich sehr neugierig auf den Menschen, der ihn einst schrieb, machte.

 Verfasser war der Formel-1-Rennfahrer Wolfgang Graf Berghe von Trips (4.5.1928-10.9.1961, eine der tragischsten Gestalten des Rennsports überhaupt. Die Zeilen schrieb er 1958 als Antwort auf einen Brief des Rennfahrers Jean Hérbert, dessen Leben er gerettet hatte. Als ich den Text las, fielen mir spontan die Worte Goethes ein, der uns allen ins Stammbuch geschrieben hat:"Edel sei der Mensch, hilfreich und gut". 

Das traf auf diesen Mann, den einzigen Sohn eines Reichsgrafen, zu. In einem Interview soll er gesagt haben: "Ich will 105 Jahre werden, um Zeit zu haben, alle Musik zu hören, die ich hören will, alle Bücher lesen, die mich interessieren, und alle Frauen zu haben, die ich mir wünsche." Drei Jahre nachdem er, während eines Rennens seinem Kollegen Jean Hérbert das Leben gerettet hatte, verunfallte er in Monza und riss 14 Zuschauer mit sich in den Tod. Weitere 50 Rennsportbegeisterte wurden verletzt. 

 Im vorliegenden Bildband hat man Gelegenheit mehr über die Lebensgeschichte dieses wirklich gut aussehenden Mannes zu erfahren, der mich optisch sehr an Michael Schumacher erinnert. Mund und Augen verfügen über eine geradezu verblüffende Ähnlichkeit. Was wissen wir schon über Wiedergeburt? 

 Das Buch beginnt mit einem Bericht über dieses dunklen Tag in der Rennsportgeschichte am 10.September 1961. Anschließend erinnern Zeitzeugen an Graf Berghe von Trips. Man hat hier Gelegenheit den Nachruf Dr. Hermann Harsterr auf den Toten zu lesen und erfährt, dass dieser leicht und schnell gestorben sei. Dies habe sein Gesicht verraten, das ganz friedlich angemutet habe. Das oberste Gesetz des Rennfahrers soll Ritterlichkeit gewesen sein und er soll ein Mensch gewesen sein, der die Stille liebte. Dr. Harster macht unmissverständlich klar, dass Graf Berghe von Trips an dem Unfall keine Schuld getragen habe. Vor einer Kurve habe er mit seinem schweren Ferrari schärfer abbremsen müssen, als der nachfolgende Lotus. Unwägbarkeiten und nicht nachmessbare Winzigkeiten haben zum Tod all der Menschen damals geführt.

 Berichtet wird vom Tag nach dem Unfall und anschließend von den Lebensstationen Wolfgang Graf Berge von Trips, denen alte Schwarz-Weiß-Fotos vorangestellt sind. Abitur hat er 1951 an der Waldorf-Schule gemacht. Er absolvierte eine kaufmännische Ausbildung, besuchte anschließend eine höhere Landwirtschaftsschule. Als einziger Nachkomme der Familie sollte es das Anwesen seiner Eltern übernehmen und bewirtschaften. Alles kam anderes, durch sein großes Interesse am Rennsport und seine Fähigkeiten in diesem Metier, die Dr. Harster mit den Worten zusammenfasst: "Er war von anderer Art. Ein Mensch mit schnellen Augen, Lippen und Händen". 


 Im Buch werden die einzelnen Stationen seines Werdegangs als Rennfahrer näher beleuchtet. Man hat immer wieder Gelegenheit neben den textlichen Informationen sich visuelle Eindrücke von ihm und den Fahrzeugen zu verschaffen, mit denen er seine Erfolge erzielte. 

 27 Starts bei Großen Preisen, zwei Grand 'Prix-Siege, 56 Weltmeisterschaftspunkte und der Titel des Vizeweltmeister 1961 sind das Ergebnis dieser Karriere, die so tragisch geendet hat. 


 Dieser Mensch hatte keine Starallüren, liest man. Er soll trotz seiner adeligen Herkunft und seiner sportlichen Erfolge stets bescheiden geblieben sein und war für seine Ritterlichkeit und sportliche Fairness bekannt. Auf Burg Hemmersbach, dem Anwesen seiner Eltern, hat er sich in seiner wenigen Freizeit u.a. mit seiner Nelkenzucht befasst und seinem Hobby dem Filmen. Weshalb endet gerade ein solcher Mensch tragisch?

 Ein sehr gelungenes Buch über einen Mann, den man nicht vergessen sollte. 

 Empfehlenswert.

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Tuesday, May 29, 2012

Rezension: Legendäre Cabriolets: Design-Ikonen aus 100 Jahren Automobilgeschichte (Gebundene Ausgabe)


Cabrios sind für mich ein Ausdruck von Freiheit und lassen ein wunderbares Fahrgefühl aufkommen, speziell, wenn man mit ihnen in den Bergen unterwegs ist oder am Meer entlang fährt und dabei klassische Musik hört.

Die Autoren Saverio Villa, Marco Coletto und Andrea Rapelli haben den Fans legendärer Cabrios mit diesem reich bebilderten Buch ein Geschenk gemacht, das sich zuallererst als ein Fest für die Augen entpuppt. Viele der gezeigten Fahrzeuge verfügen über eine hoch erotische Ausstrahlung, während andere einfach nur formschön sind. Zu sehen gibt es ingesamt 50 Highlights der Cabriogeschichte. Mein Traumauto ist der "Porsche 918 Spyder", den ich geradezu atemberaubend erotisch finde, gefolgt vom "Bugatti Veyron" und dem alten "Horch 853 A"

Zunächst erfährt man die klassischen Bezeichnungen für eine Automobilkarosserie offener Bauart, die da sind: Spider, Roadster, Cabriolet, Landaulet, Drophead Coupé, Tourer an Touring, Convertible, Phaeton, Coupé Décapotable und alsdann auch später hinzugekommenen, wie Targa etc.

Wichtig zu wissen, dass die ersten Fahrzeuge auf ein Verdeck verzichten mussten, weil die Motoren noch schwach waren und es auf jedes Kilogramm ankam. Trotz allem blieb der Sportwagen später als man wusste, dass ein Fahrzeug mit Verdeck windschnittiger war, aus verschiedenen Gründen dennoch ein Fahrzeug offener Bauweise.

Unterschieden wird zwischen drei Grundformen:
-den mehrplätzigen Tourenwagen mit einfachem Verdeck ohne Seitenscheiben
-das zwei oder mehrplätzige Cabriolets mit versenkbaren Seitenscheiben und mehr oder weniger festem Winterverdeck
-der Spider oder Roadster, in der Regel zweisitzig, mit einem leichten Sommerverdeck.

Die meisten Cabrioablichtungen umfassen ein Doppelblatt. Man wird ausführlich über die gezeigten Fahrzeuge aufgeklärt. Dabei beginnt der Reigen mit Cabrios aus den 1920er und 1930er Jahren. Hier auch fand ich eines meiner Traumautos im Buch, den "Horch 853 A", der aus dem Jahre 1937 stammt. Er besaß einen Radstand von 3450 mm und eine Gesamtlänge von 5300mm. Das machte ihn zu einem komfortablen Viersitzer. Der Achtzylinder-Reihenmotor hatte ein Hubvolumen von 4944 cm. Die Leistung betrug 120 PS. Von insgesamt 853 Cabrios wurden 627 vor Ausbruch des Krieges gebaut und zumeist mit Aufbauten der Karosseriefirma Gläser in Dresden versehen. Ein Traum aus jenen Jahren ist auch der "Bugatti Type 57Sc" und ein weiterer der "Delaye 135 M".

Das VW Cabrio hat mir eigentlich nie gefallen, wenn überhaupt in Laubfroschgrün. Er stammt eigentlich aus den 1940er und 1950er Jahren. In 31 Jahren wurden insgsamt 330281 VW-Cabrioausführungen verkauft. Aus dieser Periode mag ich den "Jaguar XKI20" am meisten, über den man textlich im Buch sehr gut aufgeklärt wird und einen Blick in die Karosserie werfen darf. Cabrios wie den "Cadillac Eldorado" oder den "Chevrolet Bel Air" mag ich nicht so sehr, auch der "Ford Thunderbird" ist alles andere als formschön. Dann doch lieber einen "Porsche 356 Speedster", über den ich im Rahmen einer Porschebuch-Rezension bereits Loblieder angestimmt habe.

Aus den 1960er Jahren ist der "Jaguar E-Type" mein Favorit, gefolgt vom "Rolls- Royce Silver Cloud". Das ist Schönheit pur. Die 1960er Jahre galten als die Goldene Ära des Sportwagens in den folgenden drei Jahrzehnten wurde es zum Nischenmodell. Auch darüber erfährt man im Buch Näheres.

Über die Fahrzeugkonzepte im neu begonnenen Jahrtausend wird man zum Schluss aufgeklärt. Hier auch darf man sich in den "Porsche 918 Spyder" verlieben, den man jetzt schon bestellen kann, der jedoch erst Ende 2013 geliefert wird. Bis dahin kann man sich schon mal überlegen, wie man ein Huhn züchtet, das viele goldene Eier legt, denn diese sind notwenig für die Anschaffung der Preziose notwendig.

Ein tolles Buch. Wunderschön und sehr informativ. 


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Thursday, April 12, 2012

Rezension: Porsche 911: Die Prospekte seit 1964 (Gebundene Ausgabe)

Autor dieses reich bebilderten Buches über den Porsche 911 ist der Motorjournalist Martin Häußermann. Er stellt hier die Geschichte des 911ers anhand der Verkaufsprospekte seit 1964 dar.

Obschon ich eine Frau bin und der Porsche angeblich ein Männertraum sein soll, bin ich von diesem Sportwagen ebenfalls sehr angetan (das ist jetzt tiefgestapelt) und zwar schon seit meiner Kindheit.

Dem Prolog ist das Fahrzeugkonzept zu entnehmen, dass die Porsche-Presseabteilung am 9. September 1963 beschrieben hat und das bis heute noch Gültigkeit hat. Angemerkt ist im Prolog, dass im Buch dann von Modelljahren die Rede ist, die nicht gleich den Kalenderjahren sind. Die Fahrzeuge, die man nach den Werksferien gebaut hat, haben, wie in der Branche üblich, bereits als Modellbezeichnung das folgende Kalenderjahr.

Zunächst wird der Porsche 911 2,0 Liter der Modelljahre 1965-1969 vorgestellt. Damit die blitzartige Beschleunigung des Sechszylindermotors, in dem die Erfahrungen der "Grand-Prix" Motorenentwicklung ausgewertet wurden, uneingeschränkt genutzt werden konnten, erhielt der 911 ein neues vollsynchronisiertes 5- Gang-Getriebe mit der patentierten international bewährten Porsche-Ringsynchronisation, (vgl.: S.13).

In der damaligen Werbung wurde nicht nur über Technik gesprochen, sondern auch über die Formschönheit und den Fahrkomfort und man hat Gelegenheit sich alte Porsche-Automobile anzusehen, die begreifbar machen, dass alles seine Zeit hat.

Gezeigt wird auch der Porsche Targa, ein Cabrio mit Überrollbügel, der für mich als Porsche- Enthusiast gewöhnungsbedürftig ist. Ihm folgen dann die "Schürzenjäger", gemeint sind die Porsche 911 2, 2Liter und 2,4 Liter, der Modelljahre 1970-1973.

Zu Beginn des Kapitels liest man über den ersten Porsche aus dem Jahre 1948 und die Entwicklung, die dann folgte, dann hat man Gelegenheit sich die Schürzenjäger anzuschauen und zwar in den typischen Farben jener Jahre. Erwähnt wird hier auch ein Testbericht von Horst Fried, der vom Ritt auf einer Rakete spricht". Der 911er hatte nun 125 PS und fuhr 205 km/h, beschleunigte in 10 Sekunden von Null auf 100km/h. Der Porsche 911 E besaß nun 155 PS, fuhr 220 km/h und beschleunigte in 8 Sekunden von null auf 100km/h und der Porsche 911S hatte 180 PS, fuhr 230 km7h und beschleunigte in 7,5 Sekunden von null auf 100km/h, (vgl.: S. 31).

Es folgen die sogenannten "Kraftmaschinen" Porsche 911, 911 S, Carrera, Turbo (G-Modelle, 2,7 Liter und 3,0 Liter) der Modelljahre 1974-1977. Obschon damals die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen und Landstraßen gesenkt wurden und die Abgabemengen für Treibstoff begrenzt waren aufgrund der Ölkrise, war dies für Porsche kein Grund in die Defensive zu gehen.

Als ewige Renner werden die Porsche 911 SC, 911 Carrera, 911 Turbo, der Modelljahre 1978-1988 bezeichnet. Optisch erscheinen mir auch diese Modelle aus heutiger Sicht gewöhnungsbedürftig. Erfreulich, dass es den 911er Carrera Cabrio endlich auch bügelfrei gab und sich die Farben nun auch edler gestalteten. Sehr interessant ist die dreidimensionale Schnittzeichnung auf den Seiten 68-69. Hier wird das Innenleben des Wagens sehr gut erklärt. Auch eine Abbildung des 911 Cockpits ist auf einer der Folgeseiten zu sehen und auf den Seiten 74-75 abermals das Innenleben mit Beschreibung von Fahrzeugteilen.

Im weiteren Verlauf lernt man den Porsche 911 Carrera 2, Carrera 4, Turbo (Typ 964), Modelljahre 1989-1993 kennen, der Typ 964 war gekennzeichnet durch wulstige Stoßfänger. Das Cabrio ist eine Augenweide, wirklich traumhaft. Im Zusammenhang mit der Fahrzeugpräsentation lernt man hier auch die Funktionsweise des luftgekühlten Sechszylinder-Boxer kennen, der den Carrera 2 und den Carrera 4 antreibt.

Von der Evolution eines Klassikers ist die Rede bei dem Porsche 911 Carrera, Turbo (Typ 993), Modelljahre 1994-1998. Es stimmt, die Modelle sind noch schöner geworden. Die Evolution wird auf den Seiten 108-109 erläutert. Hier geht es um die Leistung des 911 Turbo mit Vierradantrieb, der für die Straßenlage das Nonplusultra ist.

Die Modelljahre 1998-2004 des Porsche 911 Carrera, Carrera 4, Turbo, GT2( Typ 996) versprechen Genuss ohne Reue. Die wesentliche Designänderung im 996 bezieht sich auf das Cockpit. Anstelle der traditionellen Fünfergruppe mit fünf einzelnen Rundinstrumenten kommt jetzt eine Kombination aus ineinandergeschachtelten Instrumenten zum Einsatz, (vgl: S. 116).

Es folgen die Modelle aus den Jahren 2005-2011 und hier der Porsche911 Carrera, Carrera S, Turbo, Turbo S, GT2, GT3, GT3 RS (Typ 997). Natürlich liebt man als Cabrio-Fan das Stoffdach, weil es das Gefühl von Freiheit schenkt. Die 911er Cabrios aus jener Zeit besitzen bei exzellenter Aerodynamik eine umwerfend schöne Ästhetik, wie ich finde.

Ein weiterer Traum allerdings sind die neuen Modelle des Jahre 2012, der Porsche Carrera, Carrera S (Typ 991). Im Zentrum steht jetzt die Stärke. Ich zitiere im Hinblick auf den 991er: "Die Nackenhaare stehen Spalier, wenn der klappengesteuerte Sportauspuff den Auftakt zu nun 400 PS und einer um 200 auf 7800 Umdrehungen gesteigerten Maximaldrehzahl deutlich kehliger und kerniger intoniert. Ein Klangbild zum Niederknien, ein akustischer roter Teppich für ein Spurtvermögen, das einem den Atem raubt und dem Alten die Schau stiehlt", (vgl: S.162).

Damit ist alles gesagt. Endlich wissen wir, was wir uns in diesem Jahr zum Geburtstag wünschen.

Ein tolles Buch, empfehlenswert.

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Thursday, March 1, 2012

Rezension: Mythos 356

Achim Kubiak  hat ein spannendes und dabei reich bebildertes Buch über den „Mythos 356“ verfasst, das Porscheliebhaber sicher begeistern wird.
Der erste eigene Sportwagen des Stuttgarter Konstruktionsbüros wurde als Projekt unter der Nummer 356.00.105 geführt. Am 8. Juni 1948 war es dann soweit, denn damals stand mit der Nr. 1 , die das  amtliche Kennzeichen „K 45-286“ trug, das erste Auto mit dem Namen Porsche fahrbereit auf eigenen Rädern. Dabei handelte es sich um einen kleinen Mittelmotor-Roadster mit Aluminiumkarosserie, der nur 585 Kilogramm auf die Waage brachte.  Mit seinem luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotor, der über eine Leistung von 35 PS und einem Hubraum von 1131cm³ verfügte, erzielte er eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 135 km/h und mit abgedecktem Beifahrersitz sollen sogar noch 5 km /h mehr drin gewesen sein, (vgl.: S. 15).
Vorgestellt wird u.a. Dr. Klaus Otto Räker. Er war  zwischen 1987-1996 Präsident des Porsche 356 Club Deutschland e.V.  Dieser Porscheliebhaber besitzt eine private Porsche-Sammlung. Sein fein ausstaffiertes Museum in Lemgo kann man jeden Sonntag besuchen.
Ausführlich berichtet Kubiak über die Fortschritte, die die Produktion des Sportwagens mit der Konstruktionsnummer 356 damals machte und erklärt viele technische Details. Mit diesem Porsche erfüllte sich Ferry Porsche seinen Lebenstraum, der darin bestand einen Sportwagen auf den Weg zu bringen, der seinen Namen trägt. Man liest über das Gmünd-Coupé, das den Grundstein für die beispielslose Sportwagen-Karriere legte. Rechtzeitig zum 19. Schweizer Automobilsalon, der am 17. März 1949 eröffnet wurde, stellte Porsche sein erstes 356 Cabriolet fertig. Dies war der erste öffentliche Auftritt des Unternehmens auf einer Internationalen Automobilausstellung.
In der Folge liest man  von der Weiterentwicklung dieses Modells in  Stuttgart.  Hier begann der Spaß mit einem optimal eingestellten Motor, dem kaum ein anderer Wagen in jener Zeit das Wasser reichen konnte. Der Porsche 356  mit 1,3 –Liter-Motor benötigte bei durchschnittlicher Fahrweise kaum mehr als 10,5 Liter und es waren sogar um die acht Liter bei einem konstanten Autobahntempo von 120/ km/h möglich, (vgl.: S.47).
Man liest von den einzelnen Entwicklungsstufen und hat Gelegenheit immer wieder Fahrzeuge und deren Innenleben visuell kennenzulernen.  Da die Nachfrage zu Beginn der 1950er Jahre nach dem Sportwagen immer mehr anstieg, wurde das Unternehmen bestärkt die Serienproduktion weiter auszubauen. Der kleine Sportwagen entwickelte sich zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten wesentlich teurerer Fahrzeuge, (vgl.: S.63). Es etablierten sich rasch die beiden neuen 1500er Motoren. Wie sich die Fahrzeuge immerfort weiterentwickelten wird  gut nachvollziehbar erklärt, zumindest für Leser, die etwas von Autos verstehen.
Die ersten "Super-Modelle" sollen Ölfresser gewesen sein. Doch dies habe sich  mit der fortlaufenden Entwicklung gegeben. Ein Traum, was das Design anbelangt, ist der Porsche 356 Speedster, der auf zahlreichen Bildern im Buch aus unterschiedlichen Perspektiven gezeigt wird, (den würde ich gerne besitzen.) 
Vorgestellt wird der 1955 erschienene 356A T 1 und auch der 36A T 72.  Diese Fahrzeuge werden genau  erklärt. Man lernt immer wieder Sammler kennen, die  diese Fahrzeuge  noch heute ihr Eigen nennen.  In diesem Zusammenhang liest man auch von Jürgen Eisenkopf, der Anfang der 1970er Jahre einen neuen Plattenspieler gegen einen  alten Porsche eintauschte. Das war schlau.
Der 356SC  war der letzte seiner Art. Auch über diesen Sportwagen wird man umfassend aufgeklärt und wird mit den  Internationalen Porsche 356 – Treffen, das seit 1976 jährlich stattfindet über viele Seiten hinweg durch unzählige Fotos vertraut gemacht.   Diese Bilder machen deutlich, dass  dieses Fahrzeug ein Liebhaberauto ist und es wohl immer bleiben wird, was ich  bei der schönen Form der Modelle gut nachvollziehen kann. 
Empfehlenswert.

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Monday, December 12, 2011

Rezension:Formula 1: The Roaring '70s (Gebundene Ausgabe)

Rainer Schlegelmilch ist der Fotograf dieses wunderschönen Bildbandes mit dem Titel "Formula 1 - The Roaring 70 s". Wie man den biographischen Daten auf einer der letzten Seiten entnehmen kann, machte der Fotograf 1962 an der damaligen Staatslehranstalt für Photographie in München sein Examen und eröffnete 18 Monate später ein Studio für Fotodesign in Frankfurt/Main. Ab 1974 konzentrierte er sich allein auf das Formel 1. Heute soll sein Foto-Archiv etwa 15 000 Schwarz-Weiß-Negative und über 400 000 Farbdias und digitale Bilder umfassen.

Das Vorwort zum Buch hat Niki Lauda geschrieben. Ihm folgt ein in Essay in englischer, deutscher, französischer, spanischer und italienischer Sprache, der sich mit den siebziger Jahren in der Formel 1 befasst.

Dann wird man mit den Bildern konfrontiert, die in deutscher und englischer Sprache jeweils kurz kommentiert werden.

Gezeigt wird u.a., wie nach dem Start zum "Großen Preis von Spanien" der BRM von Jackie Oliver und der Ferrari von Jacky Ickx kollidierten und in Brand gerieten, wenig später bereits sieht man angenehmerer Motive, die die Formel 1 Fahrzeuge 1970 in Monaco in rasender Bewegung zeigen. Solche Bewegungsbilder, die Schnelligkeit aufs Papier bannen, gibt es in diesem Buch viele. Aber es werden natürlich auch immer wieder die Fahrer gezeigt, wie etwa Jochen Rindt bei seinem vierten Saison Sieg in Brands Hatch.

Schlegelmilch vergaß nicht eine Reihe sehr attraktiver Frauen aufzunehmen, Freundinnen der Piloten, die angeblich eine gewisse Form von sexueller Anziehung ausstrahlen. Ich vermute es ist die erotische Austrahlung, die in Rom einst auch die Gladiatoren gehabt haben sollen. Eros und Todesgefahr kokettieren gerne miteinander.

Boxengassen sind bekanntermaßen Laufstege für die Schönen und die Reichen. Auf einem der Boxengassenbilder sieht man Liz Taylor mit einem ihrer Lebensabschnittspartner in Monaco 1974. Eine schöne Frau, die schönen Autos die Schau problemlos stahl.

Sehr interessant ist ein Foto von Niki Lauda und Udo Jürgens, das Mitte der 1970er Jahre entstand und all die anderen Fotos von den berühmten Piloten, wie etwa von Hans-Joachim Stuck, der sich in Silverstone auf seinen siebenten Einsatz im Brabham BT45B-Alfa Romeo vorbereitet. Eine andere Zeit, nicht vergleichbar mit heute.

Neben Aufnahmen von einzelnen Rennen, enthält der Bildband eine große Reihe von Fotos, die das Geschehen am Rande der Rennbahn zeigen. Für Liebhaber von Formel 1-Rennen mit nostalgischen Anwandlungen ist dieses Buch genau das richtige Weihnachtsgeschenk.

Empfehlenswert.

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Tuesday, May 24, 2011

Rezension: Serienfahrzeuge und Sportwagen seit 1948: Serien und Sportwagen seit 1948 (Gebundene Ausgabe)

Die einstige "Zeti"-Herausgeberin Marion Gräfin Dönhoff war eine sehr gute Porschefahrerin. Die sportliche Intellektuelle verdeutlichte, dass der Porsche eigentlich ein Frauenfahrzeug ist, sowohl was das schöne Design als auch was die Power anbelangt. :-)). Zu ihren Zeiten war Dönhoff als versierte Beherrscherin dieses Männertraumes noch eine Ausnahme, doch mit fortschreitendem Bildungsgefälle zwischen Mann und Frau wird sich erweisen, dass die Gräfin die Mutter vieler selbstständiger und selbstbewusster Porschefrauen in der Zukunft darstellen wird und es wird gewiss die Zeit kommen, in der Porsche mit dem Image von Frau Dönhoff wirbt. Der Porsche als Phallussymbol hat ausgedient. Er hat sich emanzipiert und ist jetzt offen für ein weiteres Käuferklientel: die erfolgreichen Powerfrauen.

Marc Bongers wartet in seinem Buch mit einer Auflistung der Serienfahrzeuge und Sportwagen seit 1948 auf. Neben visuellen Darstellungen der einzelnen Modelle erhält man jeweils technische Daten im Hinblick auf den Motor, die Kraftübertragung, den Karosserieaufbau, Fahrwerk, Räder Bremse, Elektrik, Maße und Gewichte, Kraftstoffverbrauch, Fahrleistungen, Stückzahlen und Preise.

Zur Sprache gebracht werden: Porsche 356, Porsche 550, Porsche 904, Porsche 911,912, Porsche 964, Porsche 993, Porsche 996, Porsche 997, Porsche 914, 916, Porsche 924, Porsche 928, Porsche 944, Porsche 959, Porsche 968, Porsche 986 Boxter, Porsche 987 Boxter, Porsche Cayman, Porsche Cayenne, Porsche Carrera GT, Porsche Panamera.

Die einzelnen Modelljahre werden technisch in ausführlichen Texten sehr gut abgehandelt. Es ist ein Vergnügen sich in die technischen Daten zu vertiefen, beispielsweise vom "356 1500 American Roadster (Typ 540), MJ 1952 bis MJ 1953", dessen Höchstgeschwindigkeit 180 km/h beträgt. Der "Porsche Boxter (PDK) ab MJ 2009" hingegen hat eine Höchstgeschwindigkeit von 263km/h und benötigt außerstädtisch nur 6,9 Liter Kraftstoff im Durchschnitt.

Als Cabrio-Fan gilt mein Augenmerk im Buch natürlich in erster Linie den Cabrio-Modellen. Diese sind allesamt zum Verlieben schön und technisch seit vielen Jahren so ausgereift, dass man Ihnen im Grunde nicht widerstehen kann, wenn der Geldbeutel es zulässt.

Der 987 Boxter S "RS 60 Spyder" (Tiptronic S) MJ 2008 ist auf eine Stückzahl von 1980 limitiert, ein schnittiges Fahrzeug, das vom Design her allerdings nicht meinen Porsche-Cabriovorstellungen entspricht, ebenso wenig wie die Modelle aus den 1970er Jahren.

Das eigentliche Traumauto ist m.E. der "911 GT 2 Coupé mit Clubsportpaket" aus dem Jahre 2006, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 329 km/h dann doch wohl nur auf Rennstrecken voll ausfahrbar.:-(( Über Preise sollte man eigentlich nicht sprechen, obwohl die € 189.496 schon ins Auge stechen. Ein Fahrzeug wie dieses setzt voraus, dass man im Rahmen seiner Geschäfte nicht nur Power, sondern auch Fortune hat, ganz klar.

Empfehlenswert für Porschefans, natürlich nicht nur weibliche.:-))


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Wednesday, May 18, 2011

Rezension: Mini (Gebundene Ausgabe)

Zum Knutschen süß. Ein Frauenliebling:-))

 Alessandro Sannia stellt in diesem kleinen Büchlein den Mini vor, der 1959 debütierte und durch die Kombination von vorn quer eingebautem Motor und Frontantrieb als Ziehvater aller modernen Kleinwagen gilt. Konstruiert wurde dieses Kultfahrzeug von Alec Issigonis, das durch sein geringes Gewicht, die kurzen Karosserieüberhänge und das agile Fahrwerk bestach.

Man lernt in diesem Buch alle Minis ab 1959 näher kennen und erhält immer auch einen visuellen Eindruck von den Modellen. Wer sich einen Überblick über die Entwicklung dieses Fahrzeugs beschaffen will, kommt auf seine Kosten. Wer nach differenziertem Detailwissen sucht, sollte zusätzliche umfangreiche Modellstudien lesen.

Man erfährt, dass damals, sprich 1959, der BMC-Motor quer gestellt wurde, um Platz zu sparen und das Getriebe darunter angeschraubt wurde. Des Weiteren wurde, um Gewicht zu sparen auf konventionelle Stahlfedern verzichtet. Stattdessen kam Gummi zum Einsatz. Die Radaufhängungen bestanden aus Doppelquerlenkern und zwar mit oberer Gummifeder und unterer Zusatzstrebe, hinten dann aus Längslenkern, die über einen Hebel auf die Gummistücke wirkten. (vgl.: S.23). Das soeben Geschilderte kann man sich auf einem Querschnittbild genau ansehen.

Acht Jahre lang wurde der Mini MKL produziert. Insgesamt verließen 1,2 Millionen Minis das Band. 1966 entstand nach der Fusion von BMC mit Jaguar die British Motor Holding und dies bedingte, dass der Mini auf den neuesten Stand gebracht wurde. Die Geschichte des Kultautos textlich nachzuvollziehen, ist für Automobilinteressierte sehr spannend, sich dabei visuell in die einzelnen Modelle zu vertiefen, dürfte für Menschen, die sich für das Design von Autos interessieren, eine wirkliche Freude sein.

Seit 2005 sind alle Mini-Versionen auch als Cabriolet lieferbar. Das Mini- Cabrio ist übrigens das einzige Cabrio, das ich in der Farbe Rot am liebsten mag. Damit durch Flandern zu reisen, muss im Sommer ein Vergnügen sein.

Man erhält im Buch eine ganze Reihe technischer Fakten. So lese ich, dass der Mini John Cooper Works und der Mini John Cooper Works Clubman von 2008 unter der Haube den neuen Vierzylinder-Motor mit Twin-Scroll-Turbolader und Benzindirekteinspritzung haben. Nicht uninteressant, oder?

Empfehlenswert.

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