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Wednesday, October 30, 2013

Forderungen des ARCD bei der Hauptversammlung zur Einführung von eCall




 Im Rahmen seiner 24. Hauptversammlung in Bad Windsheim hat der ARCD die Einführung von eCall begrüßt. Er warnte jedoch auch vor Missbrauch und Risiken des automatisierten Notrufsystems und forderte, dass der Notruf in öffentlicher Hand bleiben muss.
„Keine Frage, wir begrüßen diese Technologie ausdrücklich!“, betonte ARCD-Präsident Wolfgang Dollinger in seiner Eröffnungsrede der Hauptversammlung und meinte damit das automatisierte Notrufsystem eCall, das ab 2015 in alle Neufahrzeuge in Europa eingebaut werden soll. Die Vorteile liegen auf der Hand: Dank automatischer Meldung bei einem Unfall (sobald die Sensoren im Fahrzeug das Auslösen der Airbags registrieren) und genauer Ortung können die Rettungsdienste schneller als bisher am Unfallort eintreffen und helfen. Schätzungen zufolge lassen sich so die Reaktionszeiten der Einsatzkräfte in städtischen Gebieten um 40 und in ländlichen Regionen um 50 Prozent verkürzen – viel Zeit, in der zahl- reiche Menschenleben auf Europas Straßen gerettet werden können. Auch Bernd Opolka, Präsident des Verbundes europäischer Automobilclubs EAC, bei dem der ARCD Gründungs- mitglied ist, beurteilte das Vorhaben als „sehr gut und begrüßenswert“.

Dollinger stellte außerdem unmissverständlich klar: „Notrufsysteme sind hoheitliche Aufgaben und gehören grundsätzlich nur in öffentliche Hand! Deshalb fordern wir, den funktionalen Kern von eCall zu schützen. Notruf und kommerzielle Dienstleistungen müssen strikt getrennt bleiben.“ Daraus leiten sich fünf Forderungen des ARCD und des EAC ab, die bei der Einführung von eCall zu berücksichtigen sind:

Notruf muss Aufgabe des Staates bleiben und über die Nummer 112 abgewickelt werden. Für die Bereitstellung und Abwicklung von eCall muss aus- schließlich die öffentliche Hand zuständig bleiben, und die Verantwortung darf nicht auf private Dienstleister abgeschoben werden. Eine klare, rechtlich verbindliche Festlegung ist dafür erforderlich.

Notrufsystem und kommerzielle Dienstleistungen müssen getrennt werden. Dennoch soll es gestattet sein, zusätzliche Anwendungen in einem freien und fairen Wettbewerb anzubieten, zum Beispiel für Belange der Verkehrssicherheit oder individuelle Mobilitätsbedürfnisse.

Auch bei der Frage, wem die für eCall benötigten und gesammelten Daten gehören, sind sich der ARCD und der EAC einig: ausschließlich dem Nutzer, dem es freigestellt werden muss, wem er die Daten zur Verfügung stellt und wie sie weiter verwendet werden dürfen.

Bis zur Einführung des automatischen Notrufsystems 2015 muss die reibungslose Einfügung in die europäischen Notrufzentralen gewährleistet und das Personal entsprechend geschult sein.

Vor dem Start von eCall muss es eine klare rechtliche Regulierung zu diesen Punkten geben.

Nur wenn diese Forderungen berücksichtigt werden, ist aus Sicht des ARCD eine sinnvolle Einführung von eCall gegeben und die Wahrung der Interessen von Autofahrern – unabhängig von der gefahrenen Pkw-Marke – gewährleistet. 

Quelle:ARCD

Friday, October 25, 2013

So machen Sie Ihr Auto winterfit



 Am Wochenende wird mit der Uhrenumstellung in Deutschland die Winterzeit eingeläutet. Obwohl es die Temperaturen im Moment noch nicht vermuten lassen, wird es auch Zeit, das Auto winterfit zu machen und für die kalte Jahreszeit im Straßenverkehr zu rüsten. Damit Sie auch bei schwierigen Bedingungen sicher ans Ziel kommen, hat der ARCD wichtige Tipps zusammengestellt.

Ihr Auto hat noch keine Winterreifen? Dann wird es jetzt höchste Zeit dafür, denn wenn es erst einmal geschneit hat, blockieren Fahrzeuge mit Sommerreifen häufig Straßen oder können sogar gefährliche Unfälle verursachen. „Wenn der erste Schnee da ist, ist es für Winterreifen bereits zu spät! Die Faustregel lautet ‚von O bis O’, also von Oktober bis Ostern, denn Winterreifen sind auch bei kalten Temperaturen sinnvoll und außerdem vom Gesetzgeber de facto vorgeschrieben, sobald winterliche Straßenverhältnisse herrschen. Autofahrer sollten unbedingt rechtzeitig an den Wechsel denken“, rät ARCD-Pressesprecher Josef Harrer. Sie wissen nicht, ob die Profiltiefe Ihrer Pneus noch genügt? Das kann man unkompliziert mit einer Euro-Münze überprüfen. Verschwindet der goldene Rand in den Profilrillen, ist der Reifen noch gut zu verwenden, so lange er nicht älter als sechs Jahre ist. Der Gesetzgeber fordert ein Mindestprofil von 1,6 Millimetern. Experten, darunter auch der ARCD, raten jedoch zu 4 Millimetern. Unter dieser Profiltiefe verliert der Reifen wichtige Wintereigenschaften wie die Verzahnungsfunktion der Lamellen mit dem Untergrund. Das wirkt sich dann negativ auf den Bremsweg und die Seitenführung beim Lenken aus.

Auch die Scheibenwaschanlage sollte man auf die kalte Jahreszeit vorbereiten: Frostschutzmittel verhindert, dass das Spritzwasser gefriert. Gerade jetzt, wenn die Tage kürzer werden und Autofahrer vermehrt bei Dunkelheit, schlechtem Wetter oder tiefstehender Sonne unterwegs sind, ist eine blankgeputzte Scheibe unabdinglich. Dabei auch an die Innenseite denken, wo sich häufig besonders viel Schmutz ablagert! Scheibenwischer sollten außerdem keine Schlieren hinterlassen und freie Sicht garantieren. Rechtzeitiges Auswechseln hilft. Saubere Scheiben sind auch beim Eiskratzen das A und O, denn nur so zerkratzen die Glasflächen nicht. Besondere Vorsicht ist bei den empfindlichen Außenspiegeln gefragt. Angefrorene Scheibenwischer löst man am schonendsten, wenn man das Eis sprengt, indem man den Gummi auf die Scheibe drückt und leicht bewegt. Oder noch besser: die Wischer am Abend vorher hochklappen oder die Frontscheibe mit einer Folie abdecken.

Sehen und gesehen werden – das ist im Herbst und Winter besonders wichtig. Beim Lichtkommt es nicht nur auf die Funktion an, sondern auch auf die richtige Einstellung, damit der Gegenverkehr nicht geblendet wird. Tipp: Beim Licht-Check in der Werkstatt wird auch das überprüft! Wenn Sie sich beeilen, können Sie sogar noch einen Termin in einer Kfz-Werkstatt, die bei der Aktion „Licht-Test“ des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes und der Verkehrswacht mitmacht, ergattern. Denn die teilnehmenden Werkstätten führen im Oktober den Check kostenlos durch. Die Statistik zeigt, wie wichtig ein solcher Test ist, denn im Herbst 2012 stellten die Experten bei rund jedem dritten Auto einen Mangel fest (Mängelquote: 34,3 Prozent).

Pleiten, Pech und Pannen bei Schnee und Frost
Die Erfahrung der ARCD-Notrufzentrale zeigt: Die meisten Autofahrer brauchen im Winter Hilfe wegen schwächelnder Batterien. Damit sie nicht schon vor dem Losfahren auf einen Pannenhelfer angewiesen sind, kann ein Starthilfekabel dem Auto den nötigen Energieschub zurückgeben. Vorher aber besser in der Betriebsanleitung nachsehen und zudem prüfen, ob das Starthilfekabel für Ihr Fahrzeug geeignet ist! Fahrzeuge mit größerem Hubraum benötigen Starthilfekabel mit größerem Durchmesser.

Auch Fernbedienungen zum Öffnen der Autotüren spielen bei frostigen Temperaturen immer wieder verrückt. Vorbeugend kann man die Batterien jährlich austauschen. Fast jedes Auto lässt sich außerdem über eine Notentriegelung öffnen. Wie das funktioniert, sollte man rechtzeitig in der Betriebsanleitung nachlesen.

Ist das Türschloss eingefroren, taut man es mit einem Föhn wieder auf. Liegt keiner griffbereit, kann man auch den Schlüssel aufwärmen und damit nach und nach das Schloss vom Eis befreien. Ein Enteisungsspray hilft zwar schnell (solange man es nicht im Auto liegen, sondern bei sich hat), beseitigt aber das Wasser nicht, so dass das Schloss wieder zufrieren kann.

Gefrorene Dichtungen an den Türen können Fahrer ebenfalls im Winter aussperren. Meist hilft dann nur der Weg durch eine andere Tür oder den Kofferraum. Damit es gar nicht erst so weit kommt, behandelt man die Gummidichtungen rechtzeitig mit Pflegesubstanzen auf Silikon- oder Hirschtalgbasis.

Immer gut gerüstet für Notfallsituationen oder Staus sind Autofahrer mit einer warmen Decke. Natürlich sollten sie auch immer einen Eiskratzer, Schneebesen und Warnwesten im Auto dabei haben. Auch eine Kanne Tee, Traubenzucker und etwas zu Essen können bei ausgedehnten Touren durch Schneegebiete gute Wegbegleiter für eine sichere Fahrt durch den Winter sein. 

Quelle: ARCD

Thursday, October 24, 2013

24. ARCD-Hauptversammlung und die ARCD-Initiative „Rücksicht statt Risiko“




 Rücksicht statt Risiko oder Risiko mit Rücksicht? In seiner Festrede zur 24. Hauptversammlung des ARCD stellte der Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR), Dr. Walter Eichendorf, den Titel der aktuellen ARCD-Initiative „Rücksicht statt Risiko“ auf den Kopf – und erzeugte dennoch keinen Widerspruch. 

„Die Evolution und damit auch die Entwicklung des Menschen sind geprägt nicht nur von den Erfolgen des Anpassungsfähigen, sondern auch von den Taten der Wagemutigen“, so Dr. Eichendorf zum Risikoverhalten im Allgemeinen, das fester Bestandteil der Gesellschaft sei. Ganz ohne Risiko lasse sich das Leben nicht bewältigen, es komme aber ganz auf die richtige Balance im „täglichen Wechselspiel aus Chancen und Gefahren an“. Gewisse Gefahren müsse man in Kauf nehmen, um Chancen zu nutzen: „In den letzten 25 Jahren wurde mit der hohen Mobilität durch den Straßenverkehr der zur Zeit bestehende Wohlstand maßgeblich mitgestaltet, allerdings zum Preis des Lebens von fast 185.000 Menschen, also einer kompletten Großstadt wie Saarbrücken.“ Verkehrsverhalten sei immer auch Risikoverhalten, so Dr. Eichendorf. „Eine völlig risikofreie Verkehrsteilnahme ist Fiktion – Mobilität birgt Risiken!“

Würde § 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO) als Grundregel von allen Menschen akzep- tiert und befolgt, dann gäbe es in Bezug auf die Verkehrssicherheit allerdings kaum Probleme, meinte der DVR-Präsident vor über 300 Zuhörern. Denn in der StVO sei die stän- dige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht als Bedingung für die Teilnahme am Straßenverkehr festgeschrieben. Auch deshalb sei es an der Zeit, geeignete Maßnahmen zum Schutz vor allem der schwächeren Verkehrsteilnehmer zu ergreifen. Dazu brachte der DVR-Präsident einige konkrete Vorschläge mit zur ARCD-Hauptversammlung, wie eine stär- kere Vereinheitlichung von Verkehrsregeln, längere Grünphasen für Fußgänger, ausreichen- de Gehwegbreiten und Barrierefreiheit auf allen Wegen.

Insgesamt solle unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit der Erhalt und Umbau des beste- henden Wegenetzes Vorrang haben vor Neubaumaßnahmen. „Von zentraler Bedeutung ist die Anpassung des Netzes unter Rücksichtnahme auf alle Verkehrsteilnehmer“, so Dr. Eichendorf. „In einem solidarischen und auf Rücksicht basierenden System müssen auch diejenigen Menschen ihren Platz finden, die nicht zur Gruppe der Starken gehören.“ Das seien vor allem Kinder, aber auch ältere Menschen und solche, die trotz unterschiedlicher Beeinträchtigungen und Handicaps mobil bleiben wollen. „Im Prinzip sind es aber alle Menschen, weil niemand fehlerfrei und ohne Schwächen ist.“

Gemeinsam mit dem ARCD wolle man, so Dr. Eichendorf, Menschen auf ihre verantwortungs- volle Aufgabe als Verkehrsteilnehmer vorbereiten. Durch Aufklärung, Information, Fortbildung und Verkehrserziehung gehe es darum, die Menschen im Umgang mit Risiken zu stärken und sie zu rücksichtsvollem Verhalten anzuleiten. „Das gelingt dann besonders gut, wenn sich mög- lichst viele Menschen immer wieder daran erinnern, dass sie Teil eines komplexen Systems sind, das nur funktionieren kann, wenn möglichst alle Elemente aufeinander Rücksicht nehmen“, so Dr. Eichendorf.

Quelle: ARCD/DVR
 

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